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Respekt vor Stilen

Als professionell kannst Du bezeichnet werden, wenn Du verstanden hast, dass Respekt vor Stilen erst ermöglicht, musikalische Tiefe zu erreichen. Es bringt noch nichts, die Noten abzuspielen, wenn der dahinterliegende Grund nicht verstanden worden ist. Es ist wie mit Sprachen: Du kannst DIBADUDIDEI sagen, aber das ist kein Englisch oder Spanisch, sondern Quatsch.
Das ist die Gefahr, die in der Provinz weit weg von den Zentren der internationalen musikalischen Entwicklung droht: das Sensorium für die Vielschichtigkeit und Komplexität von musikalischen Stilen gar nicht zu entwickeln oder zu verlieren.
Jeder Stil hat eine Phrasierung, die in ihrer Ausprägung einmalig ist und vielleicht anderen Stilen ähnelt, aber sich nie genau mit ihnen deckt. Deutsch und Holländisch sind auch nicht dieselbe Sprache. So bleibt uns nichts anderes übrig, als in den Metropolen nach Information aus erster Hand zu suchen und sie dort bei ausgewiesenen Experten des Fachs zu finden.
Tradition ist nicht altmodisch, sondern die BASIS. Man kann nicht besser als die Alten werden, wenn man nicht einmal deren Niveau erreicht. Suche nach Meistern Deines favorisierten Stils, sobald Dein Basishandwerk steht und nimm alles auf, was sie Dir an Wissen geben können. Damit geht automatisch eine Schule in Verständnis für die Tiefe der Musik einher, die in der Tradition ganz selbstverständlich mit unterrichtet und vorausgesetzt wird.
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